Bolivien Sehenswürdigkeiten

Sie ziehen in Erwägung, Ihren nächsten Urlaub in Bolivien zu verbringen? Für diese Entscheidung sind Sie nur zu beglückwünschen und eines können wir Ihnen jetzt schon garantieren: Sie werden es nicht bereuen! Im Folgenden wollen wir Sie über die Sehenswürdigkeiten in Bolivien informieren.

Santa Cruz de la Sierra

Santa Cruz de la Sierra ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departamento Santa Cruz. Als Departamento werden die einzelnen Regierungsbezirke bezeichnet, vergleichbar mit den Bundesländern in Deutschland.  Santa Cruz de la Sierra ist mit 1,6 Millionen Einwohnern die größte Stadt Boliviens. Allein schon wegen der Lage im Tiefland ist Santa Cruz das krasse Gegenteil von La Paz, der höchst gelegenen Großstadt der Welt. Der Vergleich des Stadtbilds mit anderen bolivianischen Großstädten zeigt deutlich, dass Santa Cruz die Stadt der Reichen ist. Dieser Reichtum lässt sich vor allem auf zwei Faktoren zurückführen: Einerseits gibt es im Departamento Santa Cruz ein hohes Vorkommen an Erdöl und Erdgas, andererseits sind wegen des ebenen Tieflandes einfach landwirtschaftliche Nutzflächen vorhanden, auf denen Soja, Mais, Zuckerrohr und andere Naturgüter angebaut und exportiert werden.

Kathedrale an der PlazaDie Stadt allein gleicht vom Aufbau her einem Spinnennetz und macht es vor allem Touristen leicht, sich in dieser Großstadt zurechtzufinden. Wie ein Spinnennetz ist Santa Cruz auch in Ringen („anillos“ und sogenannten „radiales“ (Radialstraßen, die zum Zentrum bzw. ersten Ring hinführen) aufgeteilt. Innerhalb des ersten Ringes, sprich dem Innenring, befindet sich das Zentrum. Im Mittelpunkt des Zentrum ist die Plaza Principal de 24 de Septiembre. Diese Plaza ist auch der Mittelpunkt des Geschehens. Herausragend und unverkennbar ist die aus roten Backsteinen gebaute Metropolitankathedrale. Am Dienstag, Donnerstag und Samstag vormittags kann man den Glockenturm besichtigen und hat zudem eine schönen Ausblick über die Plaza. Die Plaza selbst ist ein absoluter Ruhepol der sonst hektischen Großstadt. Besonders nett sind die vielen kleine Tische mit eingegossenen Schachbrettern auf der Plaza, an den sich die älteren Cruceños treffen und gespannt auf den nächsten Schachzug des anderen warten. Früher wohnten noch Faultiere in den vielen Palmen und anderen Bäumen der Plaza, heute erinnert lediglich eine unauffällige Nachbildung eines Faultiers an diese Zeit. Entlang der Plaza und auch in unmittelbare Nähe befinden sich zahlreiche Pubs und Café, in denen auch WLAN für den Kontakt nach Hause zum Standard gehört. Besonders zu empfehlen ist das Frühstück „desayuno americano“ im „Café Alexander“, das nur wenige Meter von der Plaza weg noch vor der Post zu finden ist. Hinter der Kathedrale ist außerdem jeden Sonntagnachmittag ein Markt, an denen man handgeknüpfte Hängematten, Lederwaren und viele weitere handgefertigte Erzeugnisse aus dem Departamento Santa Cruz bekommt. Für alle Souvenir Jäger ist das dieser Markt fast ein Muss! Auch die alten im Kolonialstil erbauten Gebäude rund um die Plaza ist auf jeden Fall ein Besuch der Plaza Principal de 24 de Septiembre wert.

Eine Bevölkerungsgruppe, die total heraussticht und die vor allem in Santa Cruz anzutreffen sind, sind die Mennoniten. Die Mennoniten leben selbst sehr abgelegen auf dem Land. Sie wohnen als enge Gemeinschaft komplett zurückgezogen in Kolonien, von denen die meisten rund um Santa Cruz zu entdecken sind. Die Mennoniten in Bolivien sind ein sehr gläubiges Volk und leben wegen ihres Glaubens willen so abgeschieden. Vor allem in Bolivien sind die Mennoniten noch sehr traditionell und betreiben wie sie es selbst von ihren Eltern seit Jahrhunderten gelernt haben, Landwirtschaft. Der landwirtschaftliche Betrieb erfolgt weitgehend wie vor 150 Jahren in Deutschland – ohne Strom und technischen Schnick Schnack, und Traktoren mit Gummibereifung ist eher die Seltenheit, dagegen schmücken riesige Schaufelräder aus Eisen deren Arbeitsmaschinerie. Vor allem in der Straße „6 de Agosto“ und im Marktteil von Los Pozos (nur 10 Gehminuten entfernt von der Plaza Principal de 24 de Septiembre) sind die Mennoniten anzutreffen, wenn sie geschäftliche oder gesundheitliche Gründe in die Stadt zwingen. Zu erkennen sind die Mennoniten an ihrer Kleidung: Männer und Jungen tragen Latzhosen und Hemden, als Kopfbedeckung entweder einen weißen Hut oder eine dunkle Kappe. Frauen hingegen tragen dunkle Kleider, ein Kopftuch und ein Hut bedeckt ihr Haupt. Wer genau bei einem Gespräch zwischen zwei Mennoniten hinhört, könnte sogar etwas verstehen, denn bei den Mennoniten wird Plattdeutsch gesprochen, nicht zu verwechseln mit dem norddeutschen Plattdeutsch. Zwar sind Ähnlichkeiten zu entdecken, jedoch ist das mennonitische Plattdeutsch eher ein ganz altes Deutsch wie es vor paar Hundert Jahren in Deutschland gesprochen wurde. Wer in Santa Cruz ist, sollte sich dieses Kulturerlebnis und kurze Zeitreise in die Vergangenheit nicht entgehen lassen!

Als Auftakt oder zum Ausklang von Ihrem Bolivien Urlaub sollten Sie sich unbedingt den Tierpark von Santa Cruz (Zoológico Municipal) anschauen, der sich im nördlichen Teil der Stadt befindet. In diesem Tierpark sind ausschließlich Tiere zu sehen, wie sie in der freien Wildbahn in Bolivien auch anzutreffen sind. Lassen Sie sich von farbenfrohen Papageien und Tukane in bester Laune versetzen oder informieren Sie sich über die in Bolivien existierenden Schlangen, Spinnen, Affen, Pumas, und und und.

Zwei weitere Highlights rund um Santa Cruz de la Sierra möchten wir kurz vorstellen:

Lomas de ArenaZum einen die „Lomas de Arena“,  das sind Sanddünen am südlichen Stadtrand von Santa Cruz. Sie werden  sich wie in der Sahara Wüste fühlen, vor allem in den heißen Sommermonaten. In dieser Zeit staut sich auch das Regenwasser an und herrliche kleine Seen zum Baden stehen zur Verfügung. Mit etwas Glück können Sie auch zu Beginn der Regenzeit, sprich etwa in November, rosafarbene Flamingos sehen, die dort an dieser Sanddüne auf ihrer Reise pausieren.

Am westlichen Stadtrand von Santa Cruz verläuft der Río Piraí. Entlang dieses Flusses bzw.  in dessen sandigen Flussbett bieten sich viele weitere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung wie mit schweren Quads fahren an. Und für das leibliche Wohl sind in unmittelbarer Nähe sogenannte „cabañas“ aufgestellt – landesübliche Hütten mit landesüblichem Essen. Auf jeden Fall ist der Rió Piraí mit dessen cabañas ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen und die Natur zu genießen.

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