Bolivien Klima

Man kann wohl zurecht, dass kein Land in Südamerika von seiner Landschaft so konträr ist wie Bolivien. Im Norden von Bolivien finden wir den tropischen Dschungel, je weiter man jedoch in das südliche Tiefland reist, desto trockener und heißer wird es und deswegen auch um so karger. Karge Landschaften finden wir auch in dem Westen, allerdings muss man sich dort wegen der oft extremen Höhen warm anziehen.

Das Bolivien Klima ist weitgehend abhängig von der Höhenlage. Daher teilte schon der deutsche Naturforscher und Entdecker Alexander von Humboldt – abhängig von der Höhelage – das Land Bolivien in verschiedenen Zonen ein, in denen auch das unterschiedliche Klima in Bolivien zu erkennen ist. Pauschal wird zurecht das Bolivien Klima als tropisch bezeichnet, doch werdet ihr der nachfolgenden Beschreibung relativ schnell feststellen, dass viele beliebte Reiseziele von Bolivien Urlaubern, die sich in den Anden befinden, alles andere als ein tropisches Klima haben.

Für Bolivien Reisende mag aber vor allem die einfache Unterscheidung zwischen Hochland und Tiefland sowie zwischen Norden und Süden ausreichend sein.

Hochland/ Altiplano

Das Hochland, vor allem das Altiplano, also der Westen von Bolivien steht für ein trockenes und kaltes bis gemäßigtes Klima.

Im Vergleich zum Tiefland ist dort die durchschnittliche Regenmenge sehr gering. Und wenn es regnet, dann in der Regel nur in der Regenzeit, welche sich im Hochland in den Monaten von November bis März erstreckt. Viele empfehlen daher als für Bolivien beste Reisezeit die Monate April bis Oktober.

Auch hinsichtlich der Temperaturen gibt es das ganze Jahr hindurch im Hochland kaum Veränderungen, die durchschnittlichen Temperaturen am Tag schwanken zwischen 15 und 20 Grad, allerdings kann es auch schon mal deutlich wärmer bzw. deutlich kälter werden. Nachts kühlt es prinzipiell stark ab. Vor allem in den Wintermonaten (der „Winter“ in Bolivien fängt so im April an und dauert bis ungefähr September) ist der Unterschied zwischen Tagestemperatur und Nachttemperatur sehr stark.

Tipps für Reisen im Hochland

Aus eigenen Erfahrungen können wir euch nur empfehlen, einen warmen Schlafsack und genügend warme Socken und Kleidung mitzunehmen, wenn ihr Touren im Hochland plant. Nur wenige Unterkünfte bieten eine Heizung an. Da es im Altoplano einerseits sehr hoch ist (mehr als 3.500 Meter Höhe) und zudem sehr flach, pfeift dort besonders im Winter der eisige Wind richtig um die Ohren. Daher: Mütze oder Stirnband nicht vergessen!

Eine Tour auf dem Salar de Uyuni können wir aber auch in den Monaten mit Regen empfehlen. Vor allem, wenn es etwas geregnet hat und sich auf dem Salar de Uyuni kleine Seen bilden, trifft man auf atemberaubende Spiegelungen. Die Lichtverhältnisse auf dem Salar de Uyuni muss man sich so vorstellen wie beim Skifahren im Gletscher: grelles Licht und extrem hell! Daher sollte man die Salar de Uyuni Tour nicht ohne Sonnenbrille mit UV Schutz antreten.

Die Sonne ist im Hochland sehr stark. Daher ist auch eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (empfehlenswert Faktor 50) unerlässlich. Lange Bekleidung beugt noch am besten einem Sonnenbrand vor.

Festes Schuhwerk wie Trekking Schuhe sind eigentlich auf Reisen in ganz Bolivien ratsam.

Das nördliche Tiefland/ Regenwald

Von der Hochland Metropole La Paz ausgehend ist der Regenwald zum Greifen nah. Das merkt ihr dann allein schon, wenn ihr La Paz verlässt und die Yungas hinunter nach Rurrenabaque fährt. Rurrenabaque ist der Ausgangspunkt für die schönsten Dschungeltouren im nördlichen Tiefland und die Eingangschleuse in den bolivianischen Teil des Amazonas Beckens.

Das Klima und die Landschaft in dieser Region ist genau das Gegenteil vom Altoplano, unterschiedlicher könnte es gar nicht sein: feucht – tropisch – heiß. Und wie ist auch anders zu erwarten: Vor allem im Sommer (Oktober bis März) gibt es sehr viel Regen.

Auf Temperaturen am Tage unter 30 Grad stößt man hier nur selten.

Tipps für Reisen im nördlichen Tiefland

Auch wenn es unerträglich feucht und heiß ist, empfehlen wir euch lange, jedoch leichte Bekleidung. Am besten natürlich ist spezielle Tropenbekleidung. Da es nach Regen immer viel Mücken hat, empfiehlt es sich, schon vor dem Abflug die Kleidung (wie zum Beispiel leichte Jacken) mit Mückenschutz zu imprägnieren. Auch ein tropentaugliches Mückenschutzmittel ist dringend mitzunehmen. Da man immer mit Tropenregen zu rechnen hat, gehören ins Gepäck für eine Tour ins nördliche Tiefland immer Regenschutz. Da der Boden durch den Regen aufgeweicht ist und die Baumwurzeln sehr rutschig, ist auch festes Schuhwerk unerlässlich.

Für diesen Landteil von Bolivien ist die beste Reisezeit ebenfalls der Winter im Bolivien, also die Monate April bis September. Wer in den Monaten Dezember bis Februar in das nördliche Tiefland reist, um Touren im Amazonas Gebiet zu machen, muss unter Umständen mit Enttäuschung rechnen. Da es in diesen Monaten sehr viel regnet, steigen die Pegel der Flüsse an. Schiffe, die Touristen zu den Ausgangspunkten vieler Dschungeltouren bringen, können wegen des Hochwassers oft nicht anlegen. Außerdem sind wegen starken Regens die Straßen nicht mehr befahrbar, über Flüsse können nicht mehr durchfahren werden und der komplette Verkehr zu Lande bricht zusammen. Vor allem für individuell Reisende mit einem straffen Zeitplan sind auf den Tag geplante Trips im nördlichen Tiefland während diesen Monaten nicht zu empfehlen, obwohl die Natur vor allem in dieser Jahreszeit extrem schön ist.

Das südliche Tiefland/ Der Chaco

Santa Cruz de la Sierra ist DIE Tiefland Metropole schlechthin und auch das Tor in das südlich, immer heißer werdende Tiefland. Je weiter man in den Süden reist, desto heißer kann es werden. Unternimmt man die Reise vom nördlichen Tiefland in den südlichsten Teil des bolivianischen Tieflands, dann nimmt man richtig wahr, wie die Vegetation richtig nachlässt und es immer trockener und öder wird.

Statt strotzende Regenwälder findet man im Süden den Gran Chaco, ein extrem trockenes Gebiet mit vielen Kakteen und Trockenwäldern. In den Sommermonaten, vor allem zwischen November und März gibt es hier jedoch auch viel Regen und die „Wüste“ blüht.

Die durchschnittliche Temperaturen im südlichen Tiefland liegen bei um die 24 Grad, jedoch können auch in den südlichen Gebieten Tagestemperaturen von bis zu 47 Grad erreicht werden. Im Sommer ist es meist so, dass es oft tagelang fast unerträglich heiß und schwül ist (36 Grad im Schatten keine Seltenheit) und dann kommt schlagartig ein Gewitter mit heftigem Regen – eine willkommene Abfrischung!

In den Wintermonaten April bis September kann es auch sehr warm werden, allerdings ist es um einiges trockener. Im Chaco und deren Umgebung wie Charagua, Yacuiba bis nach Santa Cruz regnet es oft monatelang nichts. Außer der Trockenheit ist für den Winter in Bolivien auch der starke Wind markant (vielleicht daher „Wind-er“ ?!?), der Auslöser von heftigen Sandstürmen ist. Da man auch in Santa Cruz ständig Sand zwischen den Zähnen hat, wird es oft liebevoll „Santa Cruz de la Tierra“ genannt…

Der Wind kommt entweder von Norden oder von Süden. Nordwind bringt schönes und warmes Wetter, der Südwind bringt allerdings kaltes und nasses Wetter mit. Für die „cruceños”, die das warme Klima im Tiefland gewöhnt sind, ist das kalte Wetter des Südwinds und der damit eingehende Temperatursturz auf 10 bis 15 Grad richtig unangenehm.

Tipps für Reisen im südlichen Tiefland

Leichte Bekleidung reicht in den Sommermonaten aus, in den Wintermonaten ist auch lange Kleidung empfehlenswert. Da man ständig in den Sommermonaten, vor allem in den Monaten zwischen November bis Februar mit plötzlichen Regenfällen zu rechnen ist, sollte auch leichte Regenbekleidung sich im Gepäck befinden.

Da die Sonne auch im Tiefland aggressiv ist, solltet ihr auch unbedingt eine gute Sonnencreme im Gepäck haben, Lichtschutzfaktor 30 mag bei dunklen Hauttypen bereits ausreichen.

Setzt euren Kopf nicht ungeschützt der Sonne aus, schöne Hüte bekommt ihr jedoch überall und auch sehr günstig ab umgerechnet 4 Euro.

Vor allem im Winter seid ihr dem starken Wind ausgesetzt. Schützt eure Augen den Sand mit Sonnenbrillen.

In der Regenzeit ist im Tiefland die Hochsaison der Dengue Mücken. Vor allem in Städten des Tieflandes wie Santa Cruz wird das Denguefieber durch infizierte Mücken sehr schnell verbreitet. Vergesst daher nicht, tropentaugliches Mückenschutzmittel mitzunehmen und sich vor allem in gefährdeten Region mit hoher Bevölkerung damit einzuschmieren.

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